Meine ersten Lesungen

Sprung ins kalte Wasser oder wieso eine Lesung zu veranstalten nicht nur Vorlesen ist!

Vor anderthalb Monaten blieb die Welt für einen kurzen Moment stehen: eine Chance tat sich mir unmittelbar auf.

„Afra, du kannst zwei Lesungen im Rahmen der mUSE Inspirationweeks (Kunst und Musik Festival Hannover Nordstadt) machen.“ Der Satz dröhnte nun dem gesamten Nachmittag in meinem Kopf und ich konnte mich entscheiden: Entweder ich ging wie gewohnt meinen Weg weiter oder ich sprang ins kalte Wasser.

Mit einem leichten Stocken und einem kribbelnden Bauch sagte ich zu.

Einen Monat vorher:

Dann ging es los: Die Wochen danach plante ich und bereitete vor. Es sollte eine Lesung für Kinder und eine für Erwachsene geben.

Auch, wenn es an den zwei Tagen vorrangig um das Vorlesen ging, liefen im Hintergrund viele Aufgaben gleichzeitig.

Zwischen Arbeit und Alltag gestaltete ich diese Website, machte Porträtfotos, schrieb eine erste Buchrezension, richtete einen Newsletter ein, gestaltete Postkarten und Plakate als Werbemittel und übte das laute Lesen.

Die Grundierung der Postkarten für „Die Himmelsfotografin“

Anfang September:

Für meine Lesung „Die Himmelsfotografin“ sollte es auch einen Musik Act geben, aber der Musiker musste erst einmal gefunden werden.

Einige Whats-App-Nachrichten und drei E-Mails später hatte ich immer noch nichts erreicht und es war schon Anfang September. Familie und Freunde wurden gefragt und über drei Ecken stieß ich auf eine neue Gitarrenschule in der Nähe.

Ich verteilte weiter Plakate und Handzettel an Läden und Kultureinrichtungen.

Eine Woche vorher:

Ich ging zu dem Muse-Konzert des Musikers und hörte mir seine Lieder an. Ich wusste, als er seiner Gitarre, sanfte Töne entlockte, dass er perfekt zu meinem Text passen würde. Nach dem Konzert plante ich ihn fest ein.

Ich druckte meine Geschichte und band sie mit einer Spiralbindung. Ich zog Fotos ab, die dann auf das Cover kamen.

Jedes Heft ist mit dem Foto ein Unikat

Die letzte Woche:

Jeden zweiten Tag übte ich meine Texte und trank Tee, damit meine Stimme durchhielt.

Freitag, den 14.09.18:

Nun gab es was zu hören für die Kinder in der Bibliothek. Ich las ihnen aus meinem Kinderbuch „Das Königshuhn“ und bastelte anschließend mit ihnen kleine Bücher. Das Grinsen und die leuchtenden Kinderaugen waren die gesamte Mühe wert.

Samstag, den 15.09.18:

Ich überlegte mir einen genauen Ablauf, inklusive der Musikstücke, die gespielt werden sollten. Auf einen Zettel schrieb ich mir meine Antworten für das anschließende Interview nach meinem Lesepart auf.

Um 13 Uhr kam dann die Nachricht: Mein Musiker war krank und konnte leider nicht kommen.

Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren, sondern einen Plan B überlegen. Mit Anstrengungen versuchte ich noch jemanden zu bekommen, aber das klappte nicht mehr so kurzfristig. So übte ich mich im Flexibel-Sein.

Samstag, 19 Uhr:

Im Café bekam ich eine Einweisung in die Technik, sprich das Mikrofon. Nach und nach trudelten Gäste ein, die ich begrüßte. Zwischendurch arrangierte ich meine mitgebrachten Hefte und Postkarten.

Werbung muss sein

Samstag, kurz nach 20 Uhr:

Ich durfte endlich beginnen und vorne Platz nehmen. Vor mir stand das Mikrofon und mein ausgedruckter Text. Mein Blick schweifte ein letztes Mal über das Publikum, die liebevoll dekorierten Tische und ich schmunzelte: es passte alles perfekt zusammen, sogar ich mit meiner Kleidung.

Ich holte Luft, trank einen Schluck und fing Wort für Wort an, meinen Figuren, allen voran Rosa Huber, Leben einzuhauchen. Ich spielte mit meiner Stimme, setzte Mimik und vereinzelt auch Gestik ein (ich musste schließlich auf das Mikrofon achten!) und gab meiner Geschichte eine Bühne.

Zwischendurch gab es eine kleine Pause, in der ich Werbung machte und sich die Leute Getränke bestellen konnten. Ich konnte durchatmen und kurz an die frische Luft.

Nach der zweiten Leserunde gab es ein Kurzinterview mir mir und das Publikum durfte Fragen stellen. Dabei war es nicht schüchtern und ich um keine Antwort verlegen. Ich streute Situationskomik ein und versuchte mein Publikum mit einzubeziehen. Die Lacher hatte ich auf jeden Fall auf meiner Seite. Im Gespräch konnte ich auch mitteilen, was ich mit meinem Text ausdrücken wollte und ich merkte, wie ich dadurch eine Verbindung zu meinen Zuhörern schuf.

Und als am Ende Applaus ertönte, da grinste ich breit und genoss es, denn das war mein Applaus!

Glücklich und zufrieden 🙂

Für eine kleine Hörprobe geht es hier entlang:

https://www.facebook.com/muse.inspirationsweek/videos/472280606608243/

Es kann nicht die Atmosphäre am Samstag widerspiegeln, aber gibt einen kleinen Einblick.

Ein großes Dankeschön noch einmal an Holger und das Café-42-Team für die Vorbereitungen, Tipps und die tolle Unterstützung! Hier geht es zur Website des Cafés.

Danke an mein Publikum am Samstag, ihr wart großartig. Ich habe auch die Gespräche danach sehr genossen. Ihr habt den Tag für mich unvergesslich gemacht!

Werbung:

Veranstalter:

mUSE Inspirationsweeks, Kunst und Musik Festival Hannover Nordstadt vom 07.09.18 bis 22.09.18

https://www.facebook.com/muse.inspirationsweek

https://www.muse-inspirationweeks.de/

 

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