Rezension zu: Das Vermächtnis der Grimms

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Ein Knurren drang tief aus der Kehle des wilden Tieres. Die Dunkelheit verbarg es, aber ich hörte den rauen Atem und spürte die Hitze in meinem Nacken. Krallen kratzten über Stein und ich wusste, dass sich das Tier unaufhaltsam auf mich zubewegte.

Ein Ast knackte hinter mir und ich fuhr herum: Gelbe Augen fixierten mich und der Wolf fletschte seine spitzen weißen Zähne.

Darf ich vorstellen: Der Grimm!

Den darf Kris, die Hauptprotagonistin, aus nächster Nähe kennenlernen. Er stammt aus der Märchenwelt Abalion, die die Mönche in unserer Welt vor langer Zeit mit ihren Geschichten erschuf.

Fantasie und die Worte haben in Abalion sehr viel Macht, das erfährt Kris, denn die Grenze zwischen der Wirklichkeit und Abalion verschwimmt immer mehr und der Grimm schafft es, sich aus seinem Gefängnis zu befreien, um Jagd auf Menschen zu machen…in unserer Welt.

  • Titel: Das Vermächtnis der Grimms-Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

  • Autor: Nicole Böhm

  • Verlag: Drachenmondverlag

  • Seitenzahl: 479 Seiten

  • Taschenbuch: 14,90 €

  • E-Book: 4,99 €

Klappentext:

Kristin Collins steht vor der größten Herausforderung ihres Lebens: Ihr Bruder Brayden holt sie in seine Special Task Force, die Jagd auf den sogenannten Grimm macht – ein wolfsartiges Wesen, das durch die Märchen der Brüder Grimm in die Welt der Menschen dringt und jeden mit Wahnvorstellungen verflucht, der über ihn liest.

Je tiefer Kris in die Märchen abtaucht, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fantasie. Schließlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann – und wer selbst Teil des Fluches geworden ist.

Meine Meinung:

Ich war schon damals fasziniert von Märchen, sie ließen mich mit offenen Augen träumen. Im Märchen war alles möglich und ein Happy End wurde mit den Worten „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ auch noch mitgeliefert. Was gibt es besseres?

Dann habe ich in der Schule ein Referat über Kannibalismus in Märchen gehört und mir wurde gelehrt hinter die Texte zu schauen. Es gibt durchaus Märchen, die keine Glitzerwelt beschreiben, aber das ist auch in Ordnung.

Und eine heile Glitzerwelt wird es auch in diesem Buch nicht geben, das kann ich schon einmal vorweg nehmen.

Es wird eine Spur düsterer und die Prinzessin im rosa Kleid hat auch schon lange das Weite gesucht (sprich: die taucht dort gar nicht erst auf, auch nicht in der Märchenwelt Abalion). Mir soll es recht sein, ich stehe nicht so auf Tüll!

Vielleicht hatte mich das Cover und der Klappentext deshalb so angesprochen: Es war das genaue Gegenteil, als dass, was in den Kindermärchenbüchern steht und was ich früher so gerne mochte. Es war ein wenig realistischer, obwohl es um eine Parallel-Märchenwelt ging.

Kaum liest man das erste Kapitel, ist man infiziert. Nein, zum Glück nicht vom Grimm, aber es ist mindestens genauso schlimm: Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Die gut ausgewählte Sprache ließ mich sogleich in einem der Sessel in meinem Kopfkino Platz nehmen. Ich wurde in die Geschichte hineingezogen. Mit jeder weiteren Seite fieberte ich mehr mit Kris, Brayden und Ash, einem sehr lustigen Zeitgenossen, der der Geschichte eine gewissen Leichtigkeit und einen Spritzer Humor verleiht, mit.

Kris kann die Wahrheit hinter dem geschriebenen Wort sehen und was als lustiger Zeitvertreib in Kindheitstagen anfing, entwickelte sich zunehmend als Superwaffe. Besonders in dem neuen Fall, den ihr Bruder Brayden lösen muss.

Was hat es bloß mit dem Grimm auf sich und wieso sucht er die Menschen heim und infiziert sie mit Wahnvorstellungen.

Alles fing mit einer Liebe an, die niemals ans Licht kommen sollte, aber das Schicksal ging einen anderen Weg.

Nun versucht Kris mit aller Macht das fast unmögliche zu verhindern und mit ihrer Gabe den Grimm zu stellen.

Ob es ihr gelingt, das liest du am besten gleich selbst!

Besonderheit:

Das Cover ist sehr aufwendig gestaltet worden und für Detailverliebte ein echter Hingucker! Die Autorin hat es mit Hilfe selbst entworfen. Dazu hatte sie Models, die als Vorbild für die Charaktere galten. Und so kam Kris direkt aufs Cover. Ihr, Ash und noch zwei weiteren Figuren konnte ich übrigens auf der Frankfurter Buchmesse die Hand schütteln. Der Grimm war zum Glück nicht da! 😉

Auch im Buchinneren findet man immer wieder ganzseitige Illustrationen, die den Leser die Charaktere vorstellen. Dickere Romane kenne ich eher unbebildert, aber mir hat es sehr gefallen. Der Lesefluss wurde nicht unterbrochen, eher im Gegenteil: Ich wollte nur noch schneller weiter lesen.

Lass auch du dich mitreißen!

Das Buch ist mit grandiosen individuell-gestalteten Charakteren gefüllt, enthält spannende Lesestellen, ein unerwartetes Ende und einen Bösewicht, wie er im Märchen steht.

Eine absolute Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans! Ich warte nun auf den nächsten Band!

Empfehlenswert für:

  • Märchenliebhaber, die es auch düster mögen

  • Freunde von starken Hauptprotagonisten

  • Fantasy-Fans

  • alle, die die Macht der Worte und die Fantasie schätzen

Hier geht es auf die Seite der Autorin Nicole Böhm. Sie hat auch noch eine andere Reihe geschrieben, vielleicht gefällt sie dir auch. Und falls du die Gelegenheit bekommst, gehe unbedingt auf eine ihrer Lesungen: Sie kann fantastisch vorlesen und ihre Geschichten noch einmal einen ganz anderen Klang geben!

2 Gedanken zu „Rezension zu: Das Vermächtnis der Grimms“

  1. Was für eine wundervolle Rezension ❤ Ich bin echt hin und weg von deinen Worten und freue mich, dass dich die Geschichte so fesseln konnte 😍

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