Rezension zu: Was ich dir sagen werde, wenn ich dich wiedersehe

Rezensionsexemplar von Random House, Vorsicht Spoiler!

Was passiert, wenn der Vater von dir stirbt und dich vor eine gefühlt unlösbare Problematik stellt? Klar, du machst ihm Vorwürfe!

So ergeht es Izan, als er von seinem Vater allein gelassen wurde. Nun muss sich der gehörlose Mann selber zurecht finden und dann auch noch den letzten Wunsch seines Papas erfüllen: Ein verschwundenes Mädchen finden.

  • Titel: Was ich dir sagen werde, wenn ich dich wiedersehe

  • Autor: Albert Espinosa

  • Verlag: Goldmann Verlag

  • Seitenzahl: 221 Seiten

  • Taschenbuch: 10,00 €

  • E-Book: 9,99 €

Klappentext:

Als Izan von seinem todkranken Vater um einen Gefallen gebeten wird, ahnt er nicht, dass ihm das größte Abenteuer seines Lebens bevorsteht: die gemeinsame Suche nach einem verschwundenen Mädchen. Sie bringt Vater und Sohn einander näher – entpuppt sich aber gleichermaßen als gefährliche Reise an die Grenzen des Denk- und Sagbaren. Alsbald findet Izan sich in der Vergangenheit wieder, wo die unbearbeiteten Schatten lauern. Als er drauf und dran ist, aus Rache einen Mord zu begehen, muss Izan sich entscheiden.

Meine Meinung:

Der Comer See lockt alles Böse aus dem Inneren, das zumindest findet Izan. Er befindet sich zu der Zeit in einer Badewanne in Lezzeno und ringt mit sich. Er überlegt, ob er jemanden ins Jenseits befördern will.

Aber zuerst erzählt er dem Leser seine Geschichte:

Izan ist gehörlos und arbeitet als Epigenetiker. Seine Mutter und sein Vater sind mal getrennt und geschieden, an anderen Tagen mal wieder nicht.

Trotz, dass sie nicht immer Izan zusammen groß gezogen haben, beeinflussen sie sein Leben. So fasziniert und stößt ihn gleichzeitig die Arbeit seines Vaters ab.

Dieser sucht verlorene Kinder, die von ihren Eltern als vermisst gemeldet wurden. Die verzweifelten Eltern wenden sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an ihn und er folgt dem Ruf. Izan bleibt zuhause, immer.

Aber dann kommt alles anders: Ein Brief weckt die Aufmerksamkeit von Izans Vater und er beschließt sich auf eine weitere Suche zu machen. Izan begleitet ihn diesmal, weiß er doch, wie krank sein Vater ist.

Die zwei bekommen weitere Briefe und Tagebuchseiten des Mädchens, das behauptet missbraucht worden zu sein. Stimmt es, oder ist es alles nur eine große Lüge? Bis zum Ende wird nicht klar, ob es nur die Hirngespinste des Mädchens sind, aber eines ist sicher: Sie möchte die Ungerechtigkeit in ihrem Leben nicht wachsen lassen.

Auch Izan muss sich entscheiden. Als sein Vater stirbt, und der Fall immer noch nicht abgeschlossen ist, muss Izan werden wie sein Vater.

Und dabei macht er ihm doch gerade Vorwürfe? Kann das gut gehen?

Besonderheit:

Izan, der Hauptprotagonist, erzählt einfühlsam von seinem Leben. Es ist, als würde er direkt vor dir sitzen und dir seine Geschichte erzählen. Dabei springt er manchmal in der Zeit, verzettelt sich in seinen eigenen Gedanken und mit seinen Worten. Das machte es mir am Anfang schwer seinen Gedankengängen zu folgen, aber irgendwann gewöhnte ich mich an den schnellen, manchmal nicht chronologischen Erzählstil.

Auch die Thematik war nicht immer sehr einfach und dennoch hat mich die Thematik (unter anderem: Versöhnung mit der Vergangenheit) gepackt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es zu Ende geht.

Und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden und glücklich war, dass ich dennoch weiter gelesen habe.

Ich schließe mit den Worten, die mir im Gedächtnis geblieben sind:

Wir müssen immer Kinder sein, die träumen, aber gleichzeitig Erwachsene, die uns anschieben. (Izan, aus dem Buch: Was ich dir sagen werde, wenn ich dich wiedersehe, S. 191, Albert Espinosa)

Empfehlenswert für:

  • Denker und Philosophen

  • alle, die „Club der roten Bänder“ gelesen oder gesehen haben oder andere Werke von Albert Espinosa kennen

  • Hoffnungssucher

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