Rezension zu: Zusammen sind wir unendlich

Rezensionsexemplar vom Carlsen Verlag

Kennst du das Gefühl, wenn du Herzrasen bekommst, einen trockenen Hals und schwitzige Hände? So geht es Sophia immer, wenn sie eine Theaterbühne betreten und ihren Text aufsagen muss. Dabei kann sie ihren Text perfekt auswendig, nur die Gefühle kann sie nicht gut spielen.

Da helfen ihr ihre herausragenden Kenntnisse zur Mathematik kein bisschen weiter.

Was soll sie jetzt tun?

Kennst du das Gefühl, wenn du etwas unbedingt willst, aber keine Ahnung hast, welcher dein nächster Schritt ist, um dem näher zu kommen?

Das ist Josh, der schon länger in Sophia verliebt ist. Nur traut er sich nicht, ihr das persönlich zu sagen. Sein Talent ist das Zaubern, aber ob ihm das weiterhilft…

Was soll er jetzt tun?

Hier kommt die Geschichte von Sophia und Joshua

Das Cover 🙂
  • Titel: Zusammen sind wir unendlich

  • Autor: Melissa Keil

  • Verlag: Carlsen

  • ISBN 978-3-551-58391-8

  • Seitenzahl: 320 Seiten

  • Hardcover: 16,99 €

Klappentext:

Sophia ist ein Mathegenie voller Selbstzweifel – schließlich landen genug Wunderkinder unter der Brücke! Und ein Smalltalk-Gen hat sie auch nicht abbekommen. Nun zieht auch noch ihre beste Freundin Elsie, die einzige Person, die sie versteht, zum Studium in die USA: ewige Einsamkeit vorprogrammiert. Wäre da nicht Josh, der Hobby-Magier, der schon lange in Sophia verliebt ist. In einem Anfall von Mut steckt er eine Spielkarte in ihr Federmäppchen. Die Herz Zwei. Für Josh eine eindeutige Liebeserklärung, für Sophia ein Rätsel. Er muss also deutlicher werden; zum Beispiel mit einem Feueralarm…

Meine Meinung:

Ein Mathegenie und ein Hobby-Zauberer? Und dann auch noch als Liebesgeschichte? Das wird entweder sehr langweilig oder sehr spannend. Das dachte ich mir, als ich den Klappentext zum ersten Mal las.

Und ich nehme eines vorweg: Ich bin positiv überrascht worden, obwohl ich mit Mathe nicht viel am Hut habe, aber die Autorin hat eine so normale wie brillante Welt erschaffen, in der beide Charaktere sich entfalten konnten.

Ich gebe es zu: Ich musste mich erst an die manchmal komplizierten Überschriften gewöhnen wie „Die Gesetze der Thermodynamik“, aber wurde umso schneller in die Geschichte hineingezogen. Sie wird aus der Sicht von Sophia erzählt, es gibt aber auch Kapitel aus Joshuas Sicht. Der Wechsel der zwei Protagonisten hat mir gut gefallen, denn man bekam so einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt.

Besonders Sophias Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Zwischen ihrem sehr faktischen mathematischem Denken hat sie eine gute Portion an Wortwitzen parat. Der Austausch mit ihrer besten Freundin Elsie war demnach für den Leser sehr interessant. Allgemein ist die Person Sophia Reyhardt ein Phänomen: Sie kann sich die kompliziertesten Formeln merken (eine beneidenswerte Eigenschaft), bekommt aber Panikattacken, wenn sie auf einer Bühne stehen muss und hegt außerdem eine Besessenheit zu Grigori Perelman, ein Mathegenie.

Auf der anderen Seite ist Josh, dem ich gerne in das Land der Zauberkünstler folgte. Josh ist in der Schule eher ein stiller Genosse, aber unter seinen Freunden umso kommunikativer. Er arbeitet in einem Zaubererladen und bringt sich zuhause die neuesten Tricks bei. Nur bei Sophia ist er ratlos, aber beginnt dann durch einen Trick den Feueralarm auszulösen. Die erste Hürde ist geschafft.

Die Gespräche zwischen Sophia und Joshua waren für mich spannend und faszinierend zugleich. Jemand, der viel fühlt, trifft auf jemanden, der alles analysiert. Und trotzdem treffen sie sich in der Mitte und es entstehen Gespräche, die individueller nicht sein könnten.

Neben dem ganz normalen Schulwahnsinn, der Thematik um das Erwachsenenwerden inklusive Selbstzweifeln ein Buch voller Überraschungen und einer ungewöhnlichen individuellen Liebesgeschichte.

Besonderheit:

Neben den Charakteren, finde ich die Idee, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen, toll. Für Sophias Kapitel gibt es immer eine (mathematische) Überschrift, bei Joshua sind es Zitate von Zauberkünstlern.

Das Cover finde ich sehr gut getroffen und wenn man das Buch gelesen hat, dann erkennt man den Zusammenhang zwischen der Origamifaltkunst und dem Unendlichkeitszeichen.

Ein durchdachtes Buch, was Gefühle, Fakten und die Sichtweise auf einen Selbst auf ein anderes Level hebt.

Empfehlenswert für:

  • Nerds

  • Mathegenies und Zauberkünstler, aber auch für Normalsterbliche geeignet

  • alle, die eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mögen

  • Liebhaber von Jugendromanen mit einer Prise Humor und ungewöhnlichen, aber sehr liebenswürdigen Charakteren

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